A DIRTY WESTERN (USA 1975)

 

Gar nicht einfach, über diesen Film eine angemessene Kritik zu schreiben. Einerseits ist A Dirty Western ein sehenswertes B-Movie und vor allem ein recht guter B-Movie-Western. Das überrascht, weil Versuche ein bestimmtes Filmgenre in einen Pornofilm einzubetten meistens lächerliche Ergebnisse zur Folge haben. Oder kennen Sie einen Porno-Krimi, der, von den Sexszenen einmal abgesehen, wirklich spannend ist? Wollten Sie wirklich wissen, wer der Mörder ist und kam so etwas wie Krimiatmosphäre rüber? Na also. A Dirty Western strotzt jedoch so richtig vor staubiger Westernstimmung. Der Film ist brutal, düster, dreckig, trashig und so richtig John Wayne-mäßig. Die Locations und die Schauspieler kommen außerordentlich glaubwürdig rüber und es gibt sogar einen richtigen Wild-West-Soundtrack und einen Vorspann, der auch einen kultigen Italio-Western hätte einleiten können. Damit ist der Film also schon mal ein Muss für jede gut sortierte Westernsammlung.

Doch andererseits ist A Dirty Western auch ein Pornofilm und diesem Genre wird der Film auf sehr problematische Weise gerecht, da, bis auf eine Ausnahme, alle Sexszenen Vergewaltigungsszenen sind. Da gibt es nichts zu beschönigen, das ist richtig böse. Und sehr schade, denn da schafft es ein Pornofilm endlich sich authentisch einem anderem Filmgenre anzunähern und könnte so der einzig vorzeigbare Pornowestern der Filmgeschichte werden, und dann macht er ohne Not alles falsch.

Die Story des Films ist westerntypisch also simpel: Eine Gangsterbande bricht aus dem Gefängnis aus und überfällt eine Ranch, auf der sich eine Farmersfrau und ihre drei Töchter aufhalten. Die Gangster vergehen sich an den Frauen, kidnappen die Töchter und lassen ihre Mutter nackt und schmerzvoll gefesselt auf der Ranch zurück. Ein Sheriff mit seinen Helfern macht Jagt auf die Ganoven und kann die Geiseln befreien, die während ihrer Gefangenschaft so manches sexuelle Martyrium über sich ergehen lassen müssen. Die Gangster werden getötet und die gedemütigte Mutter rächt sich höchstpersönlich an ihrem Peiniger in Form eines Kopfschusses.

Der Plot dieses schmutzigen Westerns hätte natürlich auch ganz anders aufgezogen werden können und hätte so vielleicht das ganze Potential des Films ausgeschöpft, ganz einfach indem der Drehbuchschreiber gute Jungs an die Mädels rangelassen hätte und eben nicht diese eklige Räuberbande. So aber bleibt mehr als schaler Beigeschmack bei einem Film, der unter cineastischen Gesichtspunkten Western- und Trashfilmfans überzeugen wird, doch der auf dem Feld der niveauvollen Pornografie auf Grund der Gewalt-Sex-Szenen komplett versagt.

 

 

Regie: David Fleetwood

Darsteller/Innen: Barbara Bourbon, Gloria Hope, Lois Grant, Simone, Dick Payne, Levi Richards, Vern Rossi, L. Q. O'Donnell, Sonny Franzese

Laufzeit: 71 Minuten

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