WATERPOWER (USA 1977)

 

Waterpower ist ein psychologisch ausgefeilter und verstörend harter Schocker und er ist mit Abstand der berühmteste „Sicko“ in der Geschichte des pornografischen Films. Inspiriert wurde Gerard Damiano wahrscheinlich durch den ein Jahr zuvor gedrehten Film Sex Wish der noch härter ist und in dem sogar sehr viel Blut fließt.

Im Mittelpunkt der auf wahren Begebenheiten basierenden Story steht ein psychopathischer Vergewaltiger mit einer bemerkenswerten Passion: Er verpasst seinen Opfern Einläufe und ejakuliert im Anschluss auf ihren Hintern oder nötigt ihnen noch eine Goldene Dusche auf. Wie in Through The Looking Glass, spielt Jamie Gillis seine Rolle mit geradezu beängstigender Überzeugungskraft.

Die prickelnde Szene am Anfang, in der Gillis sich von einer Prostituierten verwöhnen lässt (zauberhaft gespielt von der noch jungen Sharon Mitchell!), und ein von unserem Bösewicht beobachtetes Liebesspiel sind Kontrapunkte in dieser ansonsten abgrundtiefen Gewaltorgie. Die Bilder sind sehr explizit, Analverkehr, Cumshots, Lesbensex - alles ist vorhanden. Im Vordergrund steht aber, ganz wie bei SEX WISH, der Einblick das Leben eines Triebtäters. Das ist sehr spannend, doch eben selten sexuell stimulierend. Macht aber nix, denn dafür gibt es ja tausendfach andere Filme.

Waterpower hat mit Mainstreampornos jedenfalls soviel zu tun wie The Devil in Miss Jones mit Deep Throat, was lustig ist, da sich doch für alle drei Filme Gerard Damiano, der wohl berühmteste Pornoregisseur, veratntwortlich zeichnet, doch was vielleicht auch dafür spricht, dass Daminao Recht hat, wenn er heute sagt, dass er für den Film garnicht verantwortlich ist. Im Splatting Image (Heft 15, September 1993) erklärt er: "Der ist nicht von mir.(...) Ich mag den Film nicht. Ich habe ihn angefangen, aber ich habe ihn abgebrochen. Meine Vorstelung davon, was akzeptabel ist und was nicht , hat viel mit dem freien Willen der Agierenden zu tun. Schmerz ist für mich nicht identisch mit Lust. Es ist etwas sehr persönliches. Ich sah meine Vorstellung von dem Film verletzt. [...] Ich kann zu dem fertigen Produkt nichts sagen, da ich es vermieden habe. Sie haben meinen Namen benutzt, ich habe Geld eingestrichen - that's all." Damiano sagt nicht, wer den Film an statt seiner gedreht hat. Man kann die Äußerung so akzeptieren oder vermuten, dass sich Damiano im Nachhinein distanziert. Die stets zuverlässige Quelle imdb.com gibt jedenfalls einen gewissen Shaun Costello als Regisseur an und hinter diesem Namen verbirgt sich, ebenfalls lt. imdb.com, kein anderer als Gerard Damiano.

 

Regie: Gerard Damiano

Darsteller/Innen: Jamie Gillis, Barbara Belkin, Gloria Leonard, Sharon Mitchell, Eric Edwards, Marlene Willoughby, C.J. Laing, Jean Silver, u.a.

Laufzeit: 73 Minuten

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