DAS BILDNIS DER DORIANA GREY (Schweiz 1976)

 

Der spanische Regisseur Jess Franco gilt als der König des B-Movies und das völlig zu Recht. Filmperlen wie z.B. Vampyros Lesbos (mit der bezaubernden Soledad Miranda) oder die trashige Verfilmung von de Sades' Roman Justine (mit Romina Power und Klaus Kinski), bestechen durch subtile Erotik, absurd schöne Kamerafahrten und moralisch meist unkorrektes Auftreten der Akteure und sind darum heute Kult bei Liebhabern des B-Pictures.

In Jess Franco-Filmen tauchen immer wieder die selben Darsteller/Innen auf, eine Filmmusik muss häufig für drei Filme und mehr herhalten und immer wieder stehen Sex und Gewalt im Mittelpunkt des Geschehens. Man könnte also sagen, seine Filme sind langweilig, weil immer dasselbe passiert, was nur zum Teil stimmt und was Franco-Fans natürlich überhaupt nicht stört. Das Bildnis der Doriana Grey ist eine Franco-Rarität, weil der Film einer der wenigen pornografischen Ausflüge des Regisseurs ist, welche ihm meist total misslangen, doch was hier großartig gelungen ist.

Der Film ist so sonderbar wie anstrengend und sinnlich. Fast ununterbrochen sehen wir die Pussy von Jess Francos Ehefrau Lina Romay. Sie spielt die Doriana Grey und zugleich ihre Zwillingsschwester. Sexuell sind beide schwer gestört. Die Schwester ist in einem Irrenhaus und masturbiert dort nonstop vor sich hin. Doriana Grey lebt in einem schönen Schloss, ist auch sexbesessen, doch frustriert auf eine Art, weil frigide. Durch Telepathie miteinander verbunden, erlebt die Schwester die Orgasmen, die Doriana sich so sehr wünscht. Dazu kommt: Doriana ist ein Sexvampir! Während die Schwester im Irrenhaus wie besessen ihren Kitzler reibt, tötet Doriana ihre Liebhaberinnen, indem sie ihnen durch das Lecken ihrer Pussy jegliche Lebenskraft entzieht. Ist einmal kein weibliches Opfer zugegen, saugt sie auch schon mal einem Mann den Schwanz aus, womit auch dieser des Todes ist. Eine Journalistin kommt ihr auf die Spur, doch auch sie erliegt den Reizen der frustrierten Vampirlady und stirbt. Doraina ist mit der Situation alles andere als glücklich. Keine Orgasmen, und die Journalistin mochte sie wirklich gerne. Irgendwann kommt sie darauf, dass ihre destruktive Lustlosigkeit untrennbar mit ihrer Schwester verbunden ist. Schließlich besucht Doriana ihre Schwester und verwöhnt auch sie mit der Zunge. Die Schwester ist tot und der Spuk hat ein Ende. Glücklich und zufrieden zieht sich Doriana auf ihr Schloss zurück und besorgt es sich dort ausgiebig selbst.

Das Bildnis der Doriana Grey ist ein kunstvoll inszenierter Lesbenporno. Nur einmal sehen wir wie gevögelt wird, der Rest ist Pussy. Lina Romays weit geöffnete Vagina ist so präsent, dass es einem fast die Sprache verschlägt. Nicht immer ist das sonderlich anregend, sondern eher unter avantgardistischen Gesichtspunkten interessant. Vor allem wenn sich Dorianas Schwester im Irrenhaus selbstbefriedigt, wirkt das eher verstörend als stimulierend. Sei's drum, der Film nimmt auf jeden Fall eine Sonderstellung unter den Pornoklassikern ein und gehört daher in jede gut sortierte Giftschranksammlung! Für Lesben, die auf gehobene Pornografie stehen, für Jess Franco- und Lina Romay-Fans ist der Film eh Pflicht.

 

Regie: Jess Franco

Darsteller/Innen: Lina Romay, Monica Swinn, Martin Stedil, u.a.

Laufzeit: 69 Minuten

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