Kasimir der Kuckuckskleber (Deutschland 1977)

 

 

Wenn der Schuh des Manitu ein Pendant im Pornofilm hat, dann ist es dieser sprachlos machende Film von Hans Billian. Billian hat ja schon in Josefine Mutzenbacher so manch derben Kalauer losgelassen, doch in Kasimir lässt er so richtig üble Dinger vom Stapel. Eine Richterin fragt Kasimir, seines Zeichens Gerichtsvollzieher, warum er selbst während der Gerichtsverhandlung eine Erektion hat. "So lange ich mein Amt ausübe, hat er steif zu sein." So einen Humor muss man mögen, um diesen Film zu mögen. Die Redaktion von pornoklassiker.de, die mit der Mutzenbacher noch super klarkam, hat da so ihre Schwierigkeiten, doch das soll nichts heißen, denn mit dem Schuh des Manitu haben wir auch ein Problem und der Streifen ist schließlich einer der erfolgreichsten Filme der deutschen Kinogeschichte. Und da wundert es eben gar nicht, dass Kasimir der Kuckuskleber nach Mutzenbacher der bekannteste deutsche Pornofilm ist und inzwischen Kult-Charakter hat. Der Film findet bis heute sein Publikum und er wird schenkelklopfend immer wieder zitiert, wenn Frauen in kleinen Kneipen ihre Geldschulden im Suff ertränken: "Wir schicken dir den Kasimir..." Ja nee, is klar. Wie der Schuh des Manitu, beeinflusst also auch Kasimir nachhaltig die Alltagskultur bestimmter Milieus und ist damit natürlich ein Klassiker des Pornokinos um den wir hier nicht drum herumkommen.

Wer ist also dieser ominöse Kasimir, der selbst vor Gericht einen Ständer hat? Der Typ ist die Karikatur eines Vollspießers der in seiner Funktion als Gerichtsvollzieher den Hintern zahlungsunfähiger Frauen pfändet. Pflichtbewusst unterzieht er die Damen jeweils einer kritischen Prüfung in Form eindeutiger sexueller Handlungen und klebt ihnen schließlich ein Pfandsiegel auf den Allerwertesten. Dieses Vorgehen verteidigt er sogar erfolgreich vor Gericht (die Sache mit dem Ständer...). Der selbstbewusste Kasimir schafft es sogar, die Richterin höchstpersönlich zu vögeln und irgendwann vögelt in dem Saal jeder mit jedem und das Ding ist im Kasten.

Logisch, dass ein so angelegter Plot viel Raum für Humor lässt, doch lässt er auch Raum für guten Sex? Durchaus, doch geht der im Trommelfeuer der Gags etwas unter. Wer auf jeden Fall auffällt, ist Patricia Rhomberg. Sie spielt eine der Damen die ihren Hintern verpfänden und setzt sich in dieser Rolle an vielen Stellen des sehr ansprechend in Szene. Durch das Mitwirken von Patricia Rhomberg, können auch wir einigermaßen unseren Frieden mit dem Film machen. Sie und auch die eine oder andere hübsche Dame, entschädigt ein wenig für die ganzen Bully-Gags, die wir über uns haben ergehen lassen müssen. Doch halt! Die 11,7 Millionen Kinobesucher, die Schuh des Manitu cool fanden, können nicht falsch liegen. Wer lacht hat Recht, und so ist auch Kasimir der Kuckuskleber bestimmt ein echter Kracher. Nur unsereins fasst sich halt an' Kopf.

 

 

Regie: Hans Billian

Darsteller/Innen: Patricia Rhomberg, Sylvia Berg, Sepp Gneissl, Jane Iwanoff, Angelika Reschner, Ginny Noack, Anita Andic, u.a.

Laufzeit: 85 Minuten

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