MARQUIS DE SADE (Italien 1994)

 

Der Film ist nicht so hart wie es der Titel vermuten lässt. Trotzdem wird der Film den Erwartungen gerecht, denn Frauenschwarm Rocco Siffredi vögelt sich in der Rolle des Marquis sehr aufregend durch sein schönes Schloss. Eine Frau erzählte im Gespräch mit der Redaktion von pornoklassiker.de, was sie an Pornos mit Rocco Siffredi so schätzt: Er sieht nicht nur sehr gut aus, ist wahnsinnig gut bestückt und zu den unglaublichsten Ejakulationen fähig, sondern es ist vor allem seine hingebungsvolle, tabulose und harte Art seine Gespielinnen ranzunehmen die Frauen anregt. Ein Porno mit Rocco sei automatisch auch ein Porno, den Frauen sich gerne anschauen.

Regie führte der Italiener Joe D'Amato, also der Regisseur, der in den 70ern mit Filmen wie Black Emanuelle und in den 80ern mit bizarren und sehr brutalen Horrorfilmen wie Man Eater für Furore sorgte, bis er sich dann ausschließlich dem Porno widmete. D'Amato ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass nach einer Zeit, in der nur Pornoschrott auf den Markt kam, seit den 90ern endlich auch wieder niveauvolle Filme zu sehen sind und dass aus Italien z.Zt. die besten Pornos kommen. Edelpornofilmern wie Antonio Adamo und Mario Saleri ebnete D'Amato quasi den Weg. Streng verwahrte sich der inzwischen verstorbene Regisseur dagegen, dass seine Filme irgendeinen Kunstanspruch haben: "Selbst ein Gerard Damiano kann mir nichts von Kunst in diesem Business erzählen, das ist nur ein fadenscheiniger Vorwand, mit dem er sich rechtfertigen will. Es hat nichts mit Kunst zu tun, einen Porno zu drehen" (Interview im Splatting Image). Und so sind seine Pornos über jeden Zweifel erhaben. Anders als bei Damiano, ist es lupenreiner Hardcore, mit dem D'Amato die Zuschauer konfrontiert.

Und D'Amato hat einige gute Hardcore-Filme gedreht. Viele haben mit den Jahren jedoch an Glanz verloren und wirken heute angestaubt. Nicht so Marquis de Sade, mit dem ihm ein zeitloses und atemberaubendes Meisterstück geglückt ist. Hier geht es wesentlich geradliniger und überzeugender zur Sache als in vielen seiner anderen Filme. Die Darstellerinnen wirken sehr natürlich und unterwerfen sich hinreißend den Gelüsten des Marquis, die sich vor allem im exsessiven Analsex ausdrücken, doch die z.B. auch darin bestehen eine Dame dazu zu animieren als Vorspiel für eine exquisite Vögelei vor unseren Augen zu urinieren um sie schließlich selbst in den Genuss eines der intensivsten Golden Showers in der Geschichte des Pornofilms kommen zu lassen (großartig hier Laetitia Zappa!). Unterlegt wird das Geschehen mit barocker Musik, u.a. von de Sades Zeit Zeitgenossen Mozart, was dem Film zusätzlich Atmosphäre verleiht.

 

 

Regie: Joe D'Amato

Darsteller/Innen: Laetitia Swiss (Laetitia Zappa) , Rocco Siffredi, Jacqueline Wild, Aliona, Rosa Caracciolo, Victoria Queen,Terry,Tanya la Rivière, u.a.

Laufzeit: 93 Minuten

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