SEX MANIACS (UK 1977)

 

In den späten 70ern drehte Lasse Braun in England einige Kurzfilme. Diese wurden schließlich zu einem Film zusammengefügt und so entstand Sex Maniacs. Dass in England Pornografie zu der Zeit strengstens verboten war, hat Lasse Braun wohl dazu inspiriert besonders krass vorzugehen, denn dieser Film ist der mit Abstand brachialste Hardcorestreifen den der Regisseur jemals gedreht hat. Ein Schundporno - keine Frage, doch einer mit Stil!

Der Plot des Films ist simple: Eine Gruppe junger Damen sitzt beisammen und eine nach der anderen erzählt von ihrem letzten Sexabenteuer. Schon die erste Story hat es mächtig in sich. Ein Mädchen erzählt wie sie von ihrer Mutter in einen dunklen SM-Keller geführt wurde um dort entjungfert zu werden. Wir Zuschauer werden natürlich gleich darüber ins Bild gesetzt, was dort genau geschah. Am Ende sehen wir in aller Ausführlichkeit wie die junge Dame einen Golden Shower als Krönung ihrer haarsträubenden Entjungferung feiert.

Sind die die folgenden Geschichten auch nicht ganz so deftig, so haben sie immer noch genug Feuer um diesen Porno zu einem sehr hochkarätigen und angenehm schmutzigen Erlebnis zu machen. In der einen sind es die sensationellen Brüste einer hübschen Krankenschwester die mit viel Sperma geehrt werden. In der anderen kommen Natursektfreunde ein weiteres Mal auf ihre Kosten. Dieses Mal ist eine Frau die pisst als gäbe es kein Morgen. Zwischen diesen Geschichten wird immer wieder rübergeblendet in die Wohnung einer Frau die auch zu dem Treffen der Sex-Maniacs will. Dass sie noch nicht da ist, hat natürlich seinen guten Grund: Ein Mann, der eine Umfrage über das Sexleben von Frauen macht, ist bei ihr und selbstverständlich können die beiden Theorie und Praxis nicht auseinanderhalten.

Auch die Spielchen dieses Paares sind sehr schön anzuschauen und somit ist Sex Maniacs ein wirklich schnörkelloser Pornofilm der bestimmt nicht jedermanns Sache ist, doch der zweifellos sehr lebendig daherkommt. Von der filigranen Herangehensweise, die Lasse Braun in Sensations, Body Love oder American Desire an den Tag legt, ist er hier natürlich meilenweit entfernt, doch das war wohl auch nicht Sinn der Übung und störte schon damals niemanden. So mauserte sich der Film langsam zum Geheimtipp, der Lasse Brauns Ruf als King of Porn auf jeden Fall gerecht wird.

 

Regie: Lasse Braun

Darsteller/Innen: Sonia Svenburger u.a., auf Grund der Gesetzeslage in England, blieben die anderen Darsteller/Innen anonym.

Laufzeit: 87 Minuten

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